Wie wir aus einer aktuellen Veröffentlichung des Tiroler Schafzuchtverbandes erfahren haben, wurde in Imst am 31. Jänner 2014 ein Verein „für die Zucht von schwarz-weißen Schafen“ gegründet. Der neugegründete Verein wurde Mitglied im Tiroler Schafzuchtverband. Bei einer gemeinsamen Sitzung, im November des vergangenen Jahres, haben die Gündungsvereine der Tscheggenschafer in Mieming, Polling, Pitztal, Ötztal und Axams beschlossen, verbandsunabhängig zu bleiben. Das bedeutet, wer bei den Tscheggenschafern bleiben möchte, kann nicht zweigleisig fahren.

Die Gründungsvereine der Tscheggenschafer distanzieren sich von den Zuchtzielen der bekannten Verbände und des neu gegründeten Vereins in Imst. Seit Ende der 1990er Jahre haben sich die Tscheggenschafer der Kultivierung des gescheckten bzw. farbigen Tiroler Bergschafes gewidmet. In den vergangenen mehr als zwei Jahrzehnten haben wir durch Fachaustausch und vereinsübergreifender Zusammenarbeit – auch und besonders im Zusammenhang mit Ausstellungen – beachtliche Erfolge erzielt. Obwohl wir in fachlicher Hinsicht damit Zuchterfolge vorweisen können, verzichten wir bewusst auf den Begriff „Zuchtbetriebe“.

Die Tscheggenschafer Tirols unterscheiden sich in dieser Hinsicht von allen anderen verbandsorganisierten Schafzuchtvereinen Tirols und darüber hinaus. Wir sind selbstbewusste Tiroler Schafhalter und stolz auf unsere bewahrte Verbandsunabhängigkeit. Die Tiroler Tscheggenschafer haben sich einen eigenen Markt erschlossen, auf dem unsere vereinsübergreifenden Regeln Gültigkeit haben. Das heißt, wir anerkennen untereinander „Zuchterfolge“, auch wenn wir keine Zuchtbücher führen wollen. Das ist Teil unserer Unabhängigkeit.

Wer in einem der vorgenannten Tscheggenschafvereine Mitglied sein möchte, ist nach den aufgezeigten Regeln herzlich willkommen. Jedes unserer Mitglieder verzichtet allerdings auf eine Verbandsmitgliedschaft von „Tscheggenschafzüchtern“. Die Tiroler Tscheggenschafer machen das zur Bedingung einer Vereinszugehörigkeit, um jede Auseinandersetzung mit Zuchtbetrieben der Verbände und deren Regeln zu vermeiden. Jedem Schafhalter bzw. -züchter ist es selbstverständlich frei gestellt, seine Ziele eigenständig zu benennen.

In den Gründungsjahren wurden die Tscheggenschafer von einer Mehrheit der Tiroler Schafzuchtbetriebe nicht ernst genommen. Gegen viele Widerstände konnten wir dennoch in wirtschaftlicher Hinsicht wachsen. Damit haben wir eine selbständige und freie Organisationsform entwickeln können , auf die wir heute nicht mehr verzichten möchten. Die Tscheggenschafvereine in Mieming, Polling, Pitztal, Ötztal und Axams haben gemeinsam beschlossen, dass dies auch so bleiben soll.

In der Konsequenz bedeutet das, dass Züchter schwarz-weißer Schafe, nicht mehr bei den Ausstellungen der Tiroler Tscheggenschafer teilnehmen dürfen.

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